Comma hat sein Erscheinen eingestellt. Auf Anfrage sind möglicherweise aber noch Restexemplare zu erhalten. Entweder per Direktversand über den Verein oder – mit viel Glück – in den folgenden Chemnitzer und Leipziger Verkaufsstellen, wo das Magazin früher erhältlich war:

Chemnitz

Buchhandlung Universitas

Reichenhainer Strasse 55 | 09126 Chemnitz
Tel. 0371/519177 | Fax 0371/519199
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-18.00 Uhr
Email:

Thalia Buchhandlung

Neumarkt 2
09111 Chemnitz
Tel. 0371/666150 | Fax: 0371/6661510
Öffnungszeiten: Mo – Do: 9.30 – 20 Uhr | Fr – Sa: 9.30 – 21 Uhr
Email: thalia.chemnitz[at]thalia.de

Bahnhofsbuchhandlung Konrad Wittwer

Bahnhofstr. 1
09111 Chemnitz
Tel. 0371/429865 | Telefax: 0371/429864
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 5.15 – 20.45 Uhr
Email: Anfrageformular

difranco deluxe TheaterClubCafé

Zieschestraße 28
09111 Chemnitz
Tel. 0371/400 90 24 | Fax 0371/400 90 25
Öffnungszeiten: Mo bis Sa 16 – 24 Uhr, So 10-14 Uhr
Email: difranco.deluxe[at]web.de

tietzCafé

Moritzstraße 20
09111 Chemnitz
Tel. 0371 / 488 4388
Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 22 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr
Email: info[at]tietzcafe.de

Weltecho

Annaberger Straße 24
09111 Chemnitz
Telefon: 0371 / 36 46 91
Email: info[at]weltecho.eu

Leipzig

Kurt-Wolff-Depot

In der Galerie ERATA
Brockhausstr. 56 | 04229 Leipzig
Tel: 0341/3011430 | Fax: 0341/3011431
Email: info[at]k-w-d.de

Connewitzer Verlagsbuchhandlung

Schuhmachergäßchen 4 | 04109 Leipzig
Tel. 0341/9603446 | Fax 0341/9603448
Email: info[at]cvb.de

 

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2 Antworten to “Verkauf”

  1. Andreas Rüdig Says:

    Andreas Rüdig Irisstraße 9 47249 Duisburg E-Mail: andreas.ruedig@web.de Sehr geehrte Damen und Herren, in der Anlage erhalten Sie ein paar Texte aus eigener Feder. Über die Veröffentlichung bei Ihnen würde ich mich freuen. „Wie schreibt man ein Drehbuch?“ Diese Frage stelle ich mir schon seit geraumer Zeit. Na ja, eigentlich müßte ich die Antwort ja wissen. Schließlich habe ich die Arbeit gelernt. Dieser Fall ist aber anders. Ich soll das Drehbuch für einen Liebesfilm, in dem es vor Erotik nur so knistert, abliefern. Und das schon nächste Woche! „Willibald!“ Ich schrecke hoch. Es war meine Frau, die mit ihrer Hand vor meinen Augen wedelte und meinen Namen rief. „Wo bist du mit deinen Gedanken?“ – „Bei meiner Arbeit,“ mußte ich schamesrot gestehen. „Kann ich dir helfen? Brauchst du Hilfe? Soll ich dir als Ratgeber zur Seite stehen,“ wollte sie wissen. Ja, das konnte sie. Meine erste Frage: Wie kann man eine Frau ansprechen, ohne sich blöd zu benehmen? „Biete ihr Hilfe an, wenn sie welche braucht.“ Und dann fragte ich: „Darf man eine Dame auf einen Kaffee, ein Eis oder ein Bier einladen?“ Ihr Ratschlag: „Mit Alkohol ist nichts. Kaffee und Kuchen ist gut. Eis auch.“ – „Was ist mit Tanzen?“ – „Kannst du nicht. Vergiß es.“ – „Mögen Frauen Sport?“ – „Nein. Zumindest nicht Fußball.“ – „Was ist mit Musik?“ – „Wenn du Melanie, die Rocker und The Wandering Wall kennst, reicht das.“ – „Wie küßt man Frauen am besten?“ Mit dieser Frage war die Unterhaltung beendet. „Laß es mich dir zeigen,“ meinte meine Frau nur. Sie blickte mich zärtlich an, kam ganz nah an mich heran und küßte mich so leidenschaftlich, daß es mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Sie frischte auch meine Kenntnisse in punkto Liebesleben auf. Zwei Tage später war das Drehbuch fertig. Daß es der erfolgreichste Film des Jahres wurde, war – zumindest für meine Frau – keine Überraschung. „Egon!“ „Egon! Wo bist du?“ Ein letzter Schnarcher; dann schrecke ich hoch. War das da meine Frau, die gerade nach mir rief? „Ja?“ „Da bist du ja, Egon. Was machst du gerade?“ „Ich schaue fern.“ „Egon! Es ist 10 Uhr vormittags. Da schaut niemand fern.“ „Irmingard! Du weißt, daß ich Filmwissenschaftler bin. Da kann ich mich auch um 10 Uhr vormittags auf der Couch im Wohnzimmer herumfläzen und mir einen Videofilm anschauen.“ „Ach ja, ich vergaß. Welchen Film siehst du dir denn an?“ „Er heißt `Die Freuden des Landlebens`.“ „Und worum geht es?“ „Frage nicht! Bitte nicht! Eine Pomeranze vom Lande entdeckt die Freuden des Lebens.“ „Der Film muß ja schrecklich langweilig sein. Sonst wärst du ja nicht darüber eingeschlafen.“ „Stimmt. Der deutsche Film ist auch nicht mehr das, was er früher einmal war.“ „Warum sieht du dir den Film dann überhaupt an?“ „Ach, Irmingard, du weißt doch, daß bei uns in 2 Wochen das große Filmfestival stattfindet. Und ich sitze in der Auswahljury, die festlegt, welcher Film überhaupt gezeigt wird. Meine Güte, ich habe noch die so schlimme und langweilige Filme gesehen. Scheußlich Aufgabe. Als ob die Drehbuchautoren und Regisseure ihr Handwerk verlernt hätten!“ „Na ja, Egon, da kann ja nicht so ganz stimmen. Schließlich hast du ja gut geschlafen…“ QYX Skandal in Neufundstadt Einen Skandal ersten Ranges gab es in Neufundstadt. Das Neufundstädter Filmfestival startet in diesem Jahr nur mit zwei Filmen. „Die Filme, die im Vorfeld zur Begutachtung eingereicht worden waren, waren formal und inhaltlich so schlecht, daß wie sie nicht nehmen konnten,“ berichtet Egon Schweinz – Galopp, Filmwissenschaftler und Jury – Mitglied. Diesjähriges Motto: „Eros und die Neuzeit“. „Wir erhielten viele pornographische Produktionen, teils hochprofessionell, teils Amateurproduktionen. Das meiste davon war Durchschnittsware. Meine Frau hat sich bei den Vorbereitungen mehrfach beschwert, daß ich beim Filmeschauen eingeschlafen bin und laut schnarchte,“ berichtet Schweinz – Galopp. „Knisternde Liebesgeschichten, Liebeskomödien oder historische Liebesdramen sind wohl unmodern geworden…“ Heute gestohlen, morgen in Polen. Richtig? Der Volksmund sagt es jedenfalls so. Was für Autos und Luxusgüter gilt, müßte ja eigentlich auch für Frauen gelten, zumindest in umgekehrter Richtung. Oder? Für unser Dorf wäre das überlebenswichtig. Bei uns gibt es eindeutig einen Männerüberschuß. Auf 2 Männer kommt 1 Frau. Soll unser Dorf langfristig überleben, müssen wir das kurzfristig ausgleichen. Nicht nur, daß die Landwirte eine Hilfe auf dem Feld brauchen, nein, sie wollen ja abends und nachts auch ihren Spaß haben. Wir sind schon in den umliegenden Städten auf Brautschau gegangen. Aber leider ohne Erfolg. Unsere Männer sind zwar nicht häßlich; sobald sie aber ihren Beruf nennen, hören sie nichts mehr von den Damen. Unsere Alternative: ein Beutezug im Osten. „Sag mal, Hugo, wir sind gleich an der Grenze. Haben wir alles – Pässe, Geld, Fangnetze, Landkarten…?“ „Aber natürlich, Anton. Das haben wir inzwischen doch schon fünfmal kontrolliert.“ „Und wo fahren wir eigentlich hin? Das hast du uns bislang noch nicht gesagt.“ „In die Region Kattowitz.“ „Wieso eigentlich Kattowitz? Das ist doch eine Bergbauregion!“ „Richtig. Dort gibt es aber einen außerordentlichen Frauenüberschuß. Und außerdem sind die Frauen dort das Arbeiten gewöhnt.“ „Oh Gott, dann sind das bestimmt hochgezüchtete Frauen mit mehr Muskeln als weiblichen Rundungen!“ „Quatsch! Polnisch Frauen gelten als ausgesprochen hübsch. Sie wissen allerdings auch, was sie wollen. Und sie sind gebärfreudig.“ „Au weia!“ „Schluß jetzt mit der Diskussion! Es wird gemacht, was ich sage! Und jetzt alle Mann Pässe zeigen! Wir sind an der Grenze.“ (Neue Berichte Agentur) Aufruhr in Scherzkekshausen Lang Zeit galt Scherzkekshausen als idyllische Landgemeinde an der deutsch – polnischen Grenze. Eine trügerische Ruhe, wie sich jetzt herausstellte. Vor etwa 10 Jahren hatten die dort ansässigen Bauern festgestellt, daß es in dem Dorf einen deutlichen Männerübschuß gab. Was also tun? In Ermangelung heiratswilliger deutscher Frauen beschloß man, über die naheliegende Grenze zu gehen und sich in Polen mit Frauen zu versorgen. Gesagt, getan. In einer Nacht- und Nebelaktion zogen die nicht versorgten Herren der Schöpfung los, lockten Frauen aus der Gegend vor Kattowitz nach Scherzkekshausen, heirateten sie und verschafften ihnen einen deutschen Paß. Doch was anfangs nach einem Erfolg auf ganzer Linie auszusehen schien, erwies sich als Bumerang. „Polnische Frauen sind hübsch, fleißig und zärtlich,“ berichtet Anton, Bürgermeister des Ortes. Viele der importierten Frauen wurden schwanger. Trotz des Nachwuchses arbeiteten die Frauen auf dem Hof weiter mit. „Und heute wollen sie das Matriarchat einführen,“ jammert Hugo, ein ortsansässiger Landwirt. „Sie sagen, wir Männer würden uns wie Paschas aufführen. Daß es dem Dort heute so gut geht, würde nicht an uns Männern liegen. Sondern nur an ihnen! Daher wollen sie jetzt bei allen wichtigen Entscheidungen mitreden!“ Eine Bürgermeisterin gibt es schon in dem Dorf, eine Pfarrerin, eine Lehrerin und eine Wirtschaftsführerin. „Frauen an den Herd,“ fordert die `Arbeitsgemeinschaft geknechteter und entrechteter Männer`. „Wir müssen uns starker an die Bibel halten. Dort steht eindeutig, daß Frauen in der Gemeinschaft schweigen sollen. Da ist nicht die Rede davon, daß sie bei uns in Scherzkekshausen das Kommando übernehmen sollen!“ Ich liebe meine Frau. Ich liebe meine Frau rasend. Ich liebe meine Frau wahnsinnig. Ich liebe sie so sehr, daß ich immer mit ihr zusammensein möchte. Doch wie kann ich das erreichen? Ein Foto von ihr ist schon in meinem Portemonnaie. Ein kleines Foto von ihr befindet sich auf meinem Hochzeitsring. Doch damit ist sie mir noch immer zu weit weg. Doch wie kann sie mir noch näher sein? Heureka, ich hab`s! Ich werde mir ein Ganzkörpertatoo verpassen lassen. Ich werde mich so endgültig enthaaren lassen, daß ich keinen Bartwuchs mehr haben werde. Soll ich mir auch eine Brust implantieren lassen? Igitt, nein. Mein Geschlecht werde ich nicht umwandeln lassen. Nur auf der Hülle möchte ich mich verändern, nicht aber im Kern. Dieser Tätowierkünstler ist wirklich hervorragend. Ich sehe meiner Frau tatsächlich zum Verwechseln ähnlich. Die Hautbemalung ist perfekt, die Perücke feminin, der Einsatz der Kosmetika dezent. Meine Frau ist jetzt nicht nur in meinem Portemonnaie vorhanden, sondern auch auf meiner Haut und in meinem Herzen. Oh Gott! Die ganze Arbeit war umsonst. Meine Frau ist mit einem anderen Mann durchgebrannt. Und das ausgerechnet mit diesem Tölpel, diesem Deppen. Also nein, das schmerzt doch sehr. (Seufzer) (Schwerer Seufzer) Was mache ich denn jetzt mit meiner Ganzkörperbemalung? Mal überlegen. Abwaschen kann ich es mir nicht. Bleichen kann ich es auch nicht; das ist zu teuer. Hm. Was soll ich also tun? Es bleibt also nur eine Sache: das Häuten. Der Tätowierer wird mir also bei lebendigem Leibe die Haut vom Körper abziehen müssen. Nur wenn ich die alte Haut entferne und durch eine neue ersetze, werde ich sicherstellen können, daß meine Frau komplett und vollständig aus meinem Leben verschwindet. Ich möchte die Frau nie mehr sehen. (beim Tätowierer) Der Mann soll endlich beginnen. Er möchte mit dem Rücken beginnen. Dort wäre die Arbeit am einfachsten. Ein Ruck und die Haut ist weg. Also, los jetzt! Aaauuuaaa! Was für ein angenehmer Schmerz. Aaah! Ich werde jetzt eine Woche auf dem Bauch liegen müssen. Erst dann werde ich es wagen können, schmerzfrei auf dem Rücken zu liegen. Eine Woche Schmerzen und dann ist ein Teil der Erinnerung gelöscht… „Über sieben Brücken mußt du gehen,“ heißt es in einem modernen deutschen Lied. Schauen Sie bitte mal her, meine Damen und Herren, wenn Sie dieses Buch kaufen, dann werden Sie wissen, wie man in sieben Schritten in den Himmel kommt. Sie fragen, was der erste Schritt ist, meine Dame. Ganz einfach: Sie kaufen dieses Buch. Der zweite Schritt: Auch der ist ganz einfach zu beschreiben. Sie gehen nach Hause. Und schaffen dort eine lesefreundliche Atmosphäre. Wie Sie das schaffen? Ganz einfach. Lassen Sie es Abend werden. Fläzen Sie sich auf einen Sessel oder die Couch. Sehen Sie diese Leselampe? Sie kosten nicht viel, ist ganz billig. Sie können sie bei mir käuflich erwerben. Schalten Sie sie ein und das angenehme Leselicht wird Sie überraschen. Sie können auch ein paar Duftspender, ein Empfangsgerät für Weltmusik, Kerzen und Räucherstäbchen bei mir erhalten… Wie – ich schweife vom Thema ab? Also zurück zu meinem Vortrag. Der dritte Schritt: Sie packen das Buch aus und fangen an zu lesen. Bitten arbeiten Sie das Buch gründlich durch. Mit Einschlafen ist also nix. Der vierte Schritt: Sie greifen zu Papier, Pinsel und Wasserfarben. Halten Sie sich an meine Ausführungen und fangen Sie an, ihre Traumpeson auf Papier zu bringen. Lassen Sie Ihrer Phantasie und Kreativität freien Lauf! Schwelgen Sie in Formen und Farben! Egal, wie gut Sie malen können, egal, ob reale oder Traumperson – malen Sie um Ihr Leben. Papier, Pinsel und Wasserfarben gibt es bei mir. Die Preise sind sensationell günstig, greifen Sie also zu. Der fünfte Schritt: Machen Sie sich auf die Suche nach Ihrem Traumpartner! Ziehen Sie Ihre schönsten Kleider an! Stylen Sie sich so, daß Sie attraktiv wirken. Ich habe hier ein paar Kosmetika und Körperpflegeprodukte; wenn Sie die nutzen, werden Sie bombastisch aussehen. Schritt Nr. 6: Sollten Diskotheken, Eisdielen, Restaurants, Cafés und Tanzveranstaltungen keinen Erfolg bringen, gibt es immer noch einen Hochglanzprospekt. Hier können sich jeder eintragen lassen, der noch einen Traumpartner sucht – ganz egal, ob männlich oder weiblich. Nun müssen Sie noch Schritt 7 beachten: Haben Sie Ihren Traumpartner gefunden, dann aber dalli! Sie sprechen die Person an! Sie verlieben sich! Sie gestehen sich Ihre Liebe und sind glücklich. So, meine Damen und Herren, die Verkaufsveranstaltung ist eröffnet. Kaufen Sie, kaufen Sie, kaufen Sie! (Scherzkekshausen) Einen dramatischen Verlauf nahm die Verkaufsveranstaltung des Dr. Ver – Kuppel. Anfangs hörten die meist weiblichen Zuschauer noch geduldig dem langatmigen Vortrag zu. Doch kann war der Verkauf eröffnet, stürmten die Damen auch schon die Bühne, um sich ihres Gurus zu bemächtigen. Er sollte in das Altenheim gebracht werden, um den Damen dort zu helfen. Nur mit knapper Not konnte Dr. Ver – Kuppel entkommen. (Abschiedsbrief) Liebe Gundula, wenn Du diesen Brief liest, werde ich ganz weit weg sein. Ich werde mich dann in einem benachbarten Großherzogtum aufhalten und ein süßes Leben beginnen. Doch wie soll ich begründen, warum ich so kurzfristig verschwinde? Sei versichert: Es hat nichts mit Dir zu tun. Du bist immer noch die beste Frau, der ich bisher begegnet bin. Nein, es gibt wirtschaftliche Gründe, warum ich entfleuche. Ich habe sehr viel Geld verdient. Du weißt: Wer reich ist, kann viele Neider sein Eigen nennen. So auch bei mir. Es gibt da ein paar Geschäftspartner, die mich in arge Bedrängnis bringen möchten. Also werde ich mir jetzt eine Auszeit nehmen. Ich hoffe, Du verstehst. Einer Sache kannst Du aber sicher sein: Du bist die einzige Frau in meinem Leben. Eine andere Frau gibt es nicht. Einen Grund zur Eifersucht und zu komischen Gedanken gibt es also nicht. Dein Franziskus (Gedanken einer verlassenen Frau) Kein Grund zur Eifersucht? Kein Grund zur Eifersucht? Daß ich nicht lache! Der Franziskus hat jetzt `ne andere Frau an seiner Seite und möchte stickum verduften! Aber nicht mit mir! Das werde ich mir nicht bieten lassen. Franziskus gehört mir, nur mir allein und sonst niemandem. Ich werde jetzt nach Luxemburg – Stadt fahren. Eine Eisenbahn – Fahrkarte habe ich mir schon gekauft. Morgen früh um 9:13 Uhr fahre ich los. Wenn ich in Luxemburg angekommen bin, werde ich ja wissen, ob ich Recht habe. (In Luxemburg) Ah, da ist ja Franziskus. Meine Güte, ging das schnell, ihn zu finden. Ach du Schande, da ist ja Gundula. Wie kommt die denn hierher? (laut) Franziskus! Franziskus“ Hier bin ich! (in Gedanken) Warum wendet er sich jetzt ab? Will er mich nicht kennen? Will er mich nicht treffen? Wohin will er? Ich habe jetzt keine Zeit für Gundula. Ich muß jetzt zu meinem Geschäftstermin. Ich habe es eilig … aua … (Im Himmel) Ich hätte mehr auf den Straßenverkehr achten sollen. Dann hätte mich der Citroen nicht überfahren… „Bei der Gräfenberg – Zone, auch G – Zone sowie G – Punkt oder G – Sport, handelt es sich um eine erogene Zone in der Vagina, deren Existenz allerdings umstritten ist. Bei manchen Frauen soll ihre Stimulation sehr schnell zu einem Orgasmus führen, andere empfinden diese jedoch als wenig oder gar nicht erregend. Sie ist nach Ernst Gräfenberg benannt, einem deutschen Arzt, der 1950 in einem Artikel von einer `erogenen Zone in der vorderen Vaginalwand, entlang der Harnröhre, die bei sexueller Stimulation anschwillt`, schrieb. Die Zone liegt etwa 5 cm vom Scheideneingang entfernt an der Vorderwand der Scheide, zur Bachdecke hin, unmittelbar hinter dem Schambein. Sie hat die Form einer abgeflachten Halbkugel von etwa 2 cm Durchmesser und eine Vertiefung in der Mitte. Ein Merkmal des G – Punktes ist, daß sich das Gewebe an dieser Stelle gerippt oder hart anfühlt, während die übrige Scheidewand glatt ist. Form, Größe und Empfindlichkeit können stark variieren. Im Bereich der G – Zone liegt die Prostata feminina, deren Drüsengewebe bei sexueller Stimulation Sekrete produziert und in der Folge zur weiblichen Ejakulation führen kann, einem mehrschübigen pulsierenden Ausstoß. Die Art der notwendigen Genitalstimulation hängt nicht nur von dem physiologischen Körperbau, der Morphologie und Anatomie, sondern auch von den erlernten Reaktionsschüben ab. Für den Orgasmus spielt die Stimulation vor allem der Klitoris eine wesentliche Rolle. Stimulation weiterer erogener Zonen wie dem G – Punkt, dem A – Punkt oder dem Gewebe um die weibliche Harnröhrenmündung („U – Punkt“) dienen in erster Linie dem zusätzlichen Lustgewinne. Der sogenannte vaginale Orgasmus allein durch Stimulation der erogenen Zonen innerhalb der Vagina ist umstritten. Neue Forschungen legen den Schluß nahe, daß der G – Punkt eine wichtige Funktion als Geburtshelfer hat. Durch die extreme natale Stimulation des G – Punktes bedingt sondert das dort befindliche Drüsengewebe ein Sekret ab und das Kind passiert leichter den Geburtskanal. Zudem habe dieser Vorgang möglicherweise einen schmerzlindernden Effekt während des Geburtsvorganges zur Folge. Der Druck auf den G – Punkt soll bei der gebärenden Frau eine niedrigere Schmerzempfindung bewirken, da hierdurch die hormonelle Ausschüttung körpereigener Schmerzmittel, sogenannter Endorphine, begünstigt werde. Diese Annahme wird durch Ergebnisse aus Tierversuchen unterstützt. Nach einer Geburt haben viele Mütter angegeben, daß sie sensibler auf sexuelle Stimulation der vorderen Scheidenwand reagieren und sich ihr Sexualleben dadurch verbessert habe. Die Existenz des orgasmusauslösenden G – Punktes ist in der Forschung umstritten. So kommt Terence M. Hines, Psychologe an der Pace Universität, in einem Artikel mit dem Titel `The G – Spot: a modern gynecological mythŽ, der 2001 im `American Journal of Obstetics and GynaecologyŽ publiziert wurde, zu dem Ergebnis: `Die Beweislage ist zu schwach, um die Existenz des G – Punktes tatsächlich anzunehmen. Genauer gesagt wurden Beobachtungen und Fallstudien gemacht, die eine kleine Anzahl von Personen betrachteten und nachfolgend nicht durch anatomische und biochemische Studien unterstützt wurden.Ž Eine andere Studie kam zu dem Ergebnis, der G – Punkt sei die `weibliche ProstataŽ, was angesichts der Tatsache, daß die Stimulation der Prostata bei Männern zum Orgasmus führen können soll, möglicherweise das Herstellen von Analogien erlaubt. Dennoch ist der G – Punkt eher ein öffentlichkeitswirksames Randphänomen mit anekdotischem Charakter, das sich jedoch über die Populärmedizin schnell verbreitet hat. Manche Forscher nehmen an, daß es sich bei dem als G – Punkt bezeichneten Areal um ektopes Klitoris – Gewebe handelt, eine Normvariante, die mit einer gewissen statistischen Wahrscheinlichkeit durchaus bei einem bestimmten Prozentsatz der Frauen zu finden sein mag. Die Auffassung jedoch, der G – Punkt sei eine anatomisch klar umschriebene und regelhafte Struktur, wird von der seriösen Wissenschaft sehr kontrovers diskutiert. In den meisten Anatomie – Lehrbüchern hat die Gräfenberg – Zone bislang noch keinen Einzug gefunden,“ berichtet die Internetenzyklopädie Wikipedia. Langsam blase ich die Kerze aus. Langsam ergreift die Abenddämmerung Besitz von dem Eßzimmer. Meine romantische Stimmung wächst. Das Essen war lecker gewesen, die Musik dezent – anregend. Gesicht ist wirklich die hübscheste Frau auf Erden (und ist es auch immer noch). Nun gilt es, zum wunderbaren Teil des Abends überzugehen. Den Abwasch werde ich morgen erledigen; ich brauche also nicht abräumen. Neckisch und verführerisch sieht mich Gesine von unten herauf mit ihrem Dackelblick an. Spätestens in dem Augenblick kann ich ihr nicht widerstehen. Ich nehme sie an der Hand. Tanzend bewegen wir uns durch das Wohnzimmer. Ich spüre ihre pralle Weiblichkeit durch mein Hemd durch; ihre Geilheit und ihre Wollust sind nicht zu übersehen. Als sie auf der Couch landet, ist ihr Rock schon nach oben verschoben. Ihre Hand liegt fordernd zwischen ihren Schenkeln. Doch oh wehe, mein Gürtel hakt und klemmt. Kaum ist er offen, ist auch schon die Hose unten. Doch weitere Aktivitäten sind nicht vonnöten. Das Höschen von Gesine ist naß, ihre Lust befriedigt. „Ach Hugo, entschuldige. Du bist so scharf, daß mich schon dein bloßer Anblick erhitzt. Wir haben viel zu lange gewartet. Jetzt kam alles von selbst…“ Ich bin ein Justizopfer. Seit einer Woche sitze ich nun schon zu Unrecht in Polizeigewahrsam. Angeblich bin ich ein Ladendieb. Ich soll immer wieder Lebensmittel und Bekleidung gestohlen haben. Wie die Sachen unbemerkt in meine Taschen kamen, weiß ich nicht. Da ich ein paar Mal zu viel geklaut haben soll, bin ich jetzt zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt worden. Und wie das Schicksal so spielt, bin ich prompt in einem Frauengefängnis gelandet. „Sag mal, Kumpel, was befindet sich eigentlich in der Truhe,“ fragt mich da plötzlich mein Mitgefangener neugierig. „Keine Ahnung. Sehen wir mal nach,“ muß ich meine Unwissenheit offenbaren. Die Kiste steht zwischen meinem Bett und der Fensterwand. Bislang hatte ich die Kiste vernachlässigt, besitze ich doch nichts, was ich darin verstauen kann. Auch mein Zellengenosse benutzte sie noch nie. Also mühe ich mich aus meiner Pritsche, gehe zur Kiste hinüber und öffne sie. Ž“Meine Güte, das sind ja Strapse. Was sollen wir denn damit?“ Die Begeisterung ist meinem Mitgefangenen nicht gerade ins Gesicht geschrieben. Doch gleichzeitig durchzuckt mich auch eine Idee. Unser Fenster hat keine Gitterstäbe und kann sogar geöffnet werden. Also mache ich mich an die Arbeit. Meine Güte, ist es lästig und anstrengend, die Strapsen miteinander zu verknüpfen. Mal sehen, wie lang das Seil ist?! Hm, nicht sehr lang. Aber egal. Ich habe keine Strapse mehr; das Seil muß jetzt für die Flucht reichen. Schnell befestige ich es an einem Nagel, werde es aus dem Fenster und lasse das Abenteuer Flucht beginnen, indem ich langsam herunterrutsche. Die Flucht ist gelungen. Ich bin schon über alle Berge, ehe die Polizei bemerkt, daß ich ihr abhandengekommen bin. Nur meinen Kameraden mußte ich zurücklassen. Der war nämlich zu schwer für unsere Räuberleiter, riß sie aus dem Nagel, fiel aus mehreren Metern Höhe auf den Boden und war danach nicht mehr gehfähig. Während die Polizei erste Hilfe leistete, schleiche ich mich langsam um die Ecke… „Im April 1848 verkaufte Justizrat Hieronimus Welthuysen aus Rees ein Grundstück mit Wohnhaus an der Straße nach Wesen an den Ökonom Wilhelm Disch aus Rees mit der Auflage, bis zum Juni 1849 eine Kornwindmühle (diese war schon im Bau) darauf zu errichten. Im Februar 1853 verkaufte Wilhelm Disch das Grundstück mit Wohnhaus und Mühle an seinen Sohn Robert Disch. 1870 erfolgte der Verkauf der Mühle an Johann August Hermanns aus Warbeyen. Von nun an blieb die Mühle bis heute im Familienbesitz. Da über mehrere Generationen nur weibliche Nachkommen geboren wurden, wechselten durch die Eheschließungen auch die Namen der Mühle von Hermanns-Mühle zu Rosenbaum-Mühle und schließlich zu Scholten-Mühle. Die Scholten-Mühle wurde als Berg- oder Wall-Holländermühle in Ziegelbauweise mit einer Einfahrt für Fuhrwerke errichtet. Sie wurde mit Segelgatterflügel ausgestattet; die Flügelvordrehung erfolgte mittels Steert durch die Hand. Höhe der Mühle bis Haubenspitze: 17 m. Kreuz-Durchmesser: ca. 22 m. Erdgeschoß-Durchmesser: 6,50 m. 1963 mußte die Mühle anläßlich des Todes des letzten Müllers, Johannes Scholten, stillgelegt werden. Die Selbstvordrehung wurde in Richtung Westen blockiert und die Flügelwelle über das Kammrad festgelegt. Nachdem sich 1994 bei einem orkanartigen Sturm zwei Mühlenflügel gelöst hatten und herabgestürzt waren, mußte im Zuge einer ersten Sicherungsmaßnahme die Windrose demontiert werden. Das denkmalgeschützte Gebäude hatte sehr gelitten und drohte, ständig weiter zu verfallen. Gemeinsam mit dem Mühlenbauer Manfred Naatz beschlossen die Eigentümer Alfred Scholten und Rolf Albring als Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Rees, eine Bestandsaufnahme für eine mögliche Restaurierung der Mühle durchzuführen. Ihr Fazit: „Die Mühle ist es wert, erhalten zu werden. Die Bausubstanz ist renovierungsfähig.“ Damit wurde der Beschluß gefaßt, die Mühle instandzusetzen und nicht zuletzt auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Renovierungsarbeiten wurden mit finanzieller Hilfe der Bezirksregierung, des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Rees, vieler freiwilliger Helfer und Geldgeber sowie der Stadt Rees seitdem an der Mühle durchgeführt. Am Pfingstmontag, dem 4. Juni 2001, setzten sich nach fast 40jähriger Pause die mächtigen Windmühlenflügel wieder in Bewegung,“ stellt sich die Scholten-Mühle in Rees selbst vor. Warum ich Ihnen das alles erzähle, fragen Sie? Ganz einfach: Ich besitze selbst eine Mühle. Sie stammt aus dem 19. Jahrhundert; technisch und baulich ist sie in einem einwandfreien Zustand. Auch der Standort ist ideal. Die Mühle steht mitten in der Landschaft; Getreidefelder gibt es, soweit das Auge reicht. Nur das Wäldchen da drüben stört mich. Unsere Gegend ist sehr windig; das Wäldchen verstärkt den Luftzug oft genug. Doch nun ist Schluß mit der Müllerstätigkeit. Sie lohnt sich nicht mehr. Das Getreide wird heute an große Mühlenbetriebe geliefert und dort kostengünstig weiterverarbeitet. Heute werde ich das letzte Mehl ausliefern. Und dann werde ich zu neuen Ufern aufbrechen. Ich habe auch schon eine Idee, was ich in Zukunft machen werde. Die Gegend ist hier, wie schon gesagt, sehr windreich. Das kleine Wäldchen da drüben verstärkt oft selbst ein laues Lüftchen zu einem ordentlichen Luftzug. Auch das habe ich ja schon gesagt. Ich werde meine Mühle jetzt umfunktionieren. Ich werde nicht mehr Getreide zu Mehl weiterverarbeiten. Ich werde jetzt zwar nicht Wind säen, dafür aber ernten und in Energie umwandeln. Meine Kammühle wird also zu einer Energieproduktionsanlage werden. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist dies eine sinnvolle Alternative. So, ich bin jetzt an das Stromnetz angeschlossen. Der Einbau der technischen Anlagen ging problemlos vonstatten. Die Leute arbeiteten sehr professionell. Nur der örtliche Stromanbieter machte anfangs Probleme. „Sehr geehrter Herr Graf Schniedelwitz, leider können wir Ihrem Wunsch, Ihren selbstproduzierten Strom in unser Netz einzuspeisen, nicht entsprechen. Die technische Anlage, die Sie benutzen, ist veraltet und wenig effektiv. Ihr Wirkungsgrad ist zu gering. Und Windenergie, nein, die wird nicht ökologisch genug hergestellt. Der Lärm, der an die Umgebung abgegeben wird, übersteigt das gesetzlich Erlaubte. Außerdem produziert das Drehen der Flügel wiederum so viel Wind, daß sich ein Sturm potentiell verstärken würde. Eine Energieproduktionsanlage in Form einer Windmühle ist also unter meteorologischen und physikalischen Gesichtspunkten gefährlich,“ heißt es in dem Brief. „Willst du dir das bieten lassen,“ fragte meine Frau. Nein, ich ließ es mir nicht bieten. Ich suchte mir einen Anbieter für die Technik, verwandelte meine Wohnung vorübergehend in eine Baustelle und harre nun der Dinge, die da kommen. Du, Edelbert, komm doch mal ans Fenster. Ja, Samantha, was ist denn? Sieh´ doch, wie windig es ist. Die Bäume biegen sich schon. Wundert dich das? Die Wettervorhersage sprach doch von Sturmböen und heftigen Winden. Ja, das mag ja alles sein. Aber siehŽ doch mal, wie schnell sich die Flügel unserer Windmühle drehen. Oh! Oh! Ein Ventilator ist langsam im Vergleich dazu. Was ist das für ein Rumpeln? Fällt die Windmühle jetzt auseinander? Huch, guck mal, Samantha: Die Bilder vor unseren Fenstern bewegen sich. Quatsch! Die Flügel drehen sich so schnell, daß sie wie ein Rotor wirken. Die Windmühle wirkt wie ein Hubschrauber: Sie hat vom Boden abgehoben und fliegt gerade durch die Luft. (Deutscher Nachrichten – Dienst) Edelbert ist Landwirt und Bauer. Luft- und Energiebauer, um genau zu sein. Edelbert wurde bei dem Sturm gestern zu einem Pionier der Fluggeschichte. Edelbert gelang es als erstem Flugpionier überhaupt, ein ganzes Gebäude durch die Luft fliegen und auch wieder landen zu lassen. „Wir waren schon sehr überrascht, als wir plötzlich in den Wolken schwebten. Ich wußte gar nicht, daß Fliegen so schön sein kann,“ berichtet Samantha, Edelberts Frau. Schloß Hueth „1361 gab Graf Johann von Kleve dem Ritter Rutger van Hekeren die Erlaubnis, im Huether Bruch eine Burg zu errichten. Vorher wird schon 1346 der Rittersitz Haus Bruch Hueth urkundlich genannt, der etwa 1 km nordöstlich des Schlosses Hueth lag und zu diesem gehörte. Er brannte seinerzeit ab und wurde dem Erdboden gleichgemacht. Rutger van Hekeren baute die Burg Hueth an den damaligen Rhein-Deich, der noch heute den Namen „Holländer Deich“ trägt. Bei Deichbrüchen und Überschwemmungen fanden die Bewohner der Umgegend mit ihrem Vieh in der höher gelegenen Burg Hueth Zuflucht. 1365 übergab Rutger die Burg dem Erzbischof Engelbert III von Köln als Lehen und Schutzkastei, weil die Territorialherrschaft zwischen Köln und Kleve umstritten war. 1378 wurde Rutger van Hekeren vom Graf von Kleve zum Amtmann in der Hetter ernannt. Die Hetter liegt in dem fränkischen Gau der Hattuarier und hat von diesen ihren Namen erhalten. Die Hattuarier oder Chattuarier haben sich in der Völkerwanderung von Hessen kommend am unteren Niederrhein angesiedelt. Der klevische Amtsbezirk der Hetter umfaßte nur einen Teil des alten Hattuarier – Gaus, nämlich das Gebiet zwischen Rees und Emmerich. Am 23. September 1394 wurde Adolf von Wylich vom Grafen Adolf von Kleve zum Amtmann in der Hetter ernannt. Anscheinend hat der Graf ihn auch mit der Burg Hueth belehnt, denn er ist der erste Besitzer von Hueth aus der Familie von Wylich. In einer Erbteilungsurkunde vom 9. Februar 1428 vermacht Adolf von Wylich die Burg Hueth seinem Sohn Godert, der mit Jutta von Byland verheiratet war. An diese Heirat erinnert in Hueth noch ein Gedenkstein mit der Inschrift „Wylich Byland Anno 1410“. In den folgenden Jahrhunderten sind die Huether Wylichs mit wenigen Unterbrechungen Amtmänner in der Hetter gewesen. Die Burg Hueth wurde der Amtssitz der Hetter. 1608 erhielt Johann Christopf von Wylich wegen der von seinem Vater erworbenen Herrschaft Lottum an der Maas den Titel „Freiherr von Lottum“. Seitdem nannten sich die Huether „Freiherren von Wylich – Lottum“. Der bedeutendste Wylich-Lottum war Philipp Karl (1650 – 1719). Er war preußischer Generalfeldmarschall und gilt als Sieger der Schlachten von Qudenaarde und Malplaquet. Außerdem war er Oberpräsident der klevisch-märkischen Regierung, Gouverneur von Wesel, Kurator der Universität Duisburg, und Drost der Ämter Hetter, Rees und Iserlohn. Am 17. Januar 1701, dem Tage der Stiftung, erhielt er den Schwarzen Adler – Orden und wurde im selben Jahr in den Grafenstand erhoben. 1712 gründete er die evangelisch – reformierte Kirchengemeinde Hueth als Patronatsgemeinde und richtete in der rechten Vorburg einen Betsaal und eine Wohnung für den Pfarrer ein. Sein Sohn, der preußische Generalmajor Christoph Graf von Wylich – Lottum, heiratete am 26. Juli 1714 Hermine Alexandrine Freiin von Wittenhorst – Sonsfest. Die Hochzeit fand in Hueth in Anwesenheit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I statt. 1736 erwarb der preußischen Finanz- und Kriegsminister Friedrich Wilhelm von Borcke die klevische Unterherrschaft Hueth aus dem Wylich- Lottum`schen Konkurs für 40.110 Reichstaler. Sein Sohn Adrian Heinrich war preußischer Gesandter und bevollmächtigter Minister an den skandinavischen Höfen und in Dresden. Er wurde 1790 in den Grafenstand erhoben. Dessen Sohn, Friedrich Heinrich Graf von Borcke, studierte in Halle an der Sale. Er war von universalem Wissensdrang und Mitglied zahlreicher gelehrter Naturkundlicher Gesellschaften. Im Schloß Hueth richtete er eine Sternwarte und ein Naturalienkabinett ein. In Emmerich gründete er eine Zeichenschule für Handwerker, die erste Berufsschule in dieser Gegen. Er war Meister vom Stuhl der Emmericher Freimaurerloge, der auch der spätere Feldmarschall von Blücher angehörte. Dieser soll seinen Freund Borcke eines Morgens geweckt haben, indem er mit seinem Pferd in Truppe zum 1. Stock des Huether Schlosses hinaufgeritten ist. In der napoleonischen Zeit war Friedrich Heinrich zunächst Leiter des Schulwesens im Großherzogtum Berg, dann Provinzialrat in Dillenburg und schließlich Präfekt des Rhein – Departments. Als solcher residierte er im Palais Nesselrode in Düsseldorf, wo er 1811 mit Napoleon zusammentraf. 1812 wurde er in den französischen Staatsrat berufen und zum Mitglied der Ehrenlegion ernannt. 1815 trat er in preußische Dienste und wurde Landrat des Kreises Emmerich. Friedrich Heinrich hatte einen Sohn, der 1872 ohne Nachkommen starb. Von diesem erbte seine Schwester Bernhardine Gräfin von Borcke das Schloß Hueth. Sie war in 1. und 2. Ehe jeweils mit einem Freiherrn von Wittenhorst – Sonsfeld verheiratet, wodurch Hueth nach ihrem Tode 1886 in den Besitz der Freiherren von Wittenhorst – Sonsfeld gelangte. Die Haupt- und die Vorburg von Hueth waren ursprünglich durch einen Wassergraben getrennt und durch Zugbrücken gesichert. Die Vorburg bestand aus einer Wehrmauer mit Wehrgängen und Schießscharten. Die drei Rundtürme an den Ecken der Vorburg und an der Hauptburg sind erste Anfang des 16. Jahrhunderts angebaut worden. In der Hälfte des 17. Jahrhunderts haben die Wylichs die wehrhafte Wasserburg Hueth in ein repräsentatives Schloß umgewandelt. Der Graben zwischen Haupt- und Vorburg wurde zugeschüttet und die Zugbrücke der Vorburg durch eine feste Brücke ersetzt. An Stelle des Torgebäudes wurden 1687 zwei Brückenpfeiler errichtet, die Wehrmauer beiderseits der Brücke wurden abgerissen und durch eiserne Gitter ersetzt. An den Seiten de Vorburg wurden auf der Wehrmauer langgestreckte Gebäude errichtet und mit den Randtürmen verbunden. Auf den Brückenpfeilern und zwei Podesten auf der anderen Seite des Wassergrabens haben die Borckes im 18. Jahrhundert vier französische Sandsteinfiguren aufgestellt, welche die vier Jahreszeiten darstellen. Die Hauptburg ist von den Borckes im 18. Jahrhundert barock umgestaltet und mit einem gebrochenen Dach versehen worden. 1598 konnten die Spanier unter Mendoza die Wasserburg Hueth nicht einnehmen. Sie haben nur einen Turm und die Wirtschaftsgebäude zerstört. Einige Kanonenkugeln, mit denen die Spanier Hueth beschossen haben, sind noch vorhanden. Den Fliegerbombe, Spreng- und Phosphorgranaten des letzten Krieges waren die dicken Mauen des Schlosses aber nicht gewachsen. Bei den schweren Kämpfen am 26. und 27. März 1945 wurde Schloß Hueth, das als Festung ausgebaut war und vom Volkssturm verteidigt werden sollte, von zahlreichen Bomben und Granaten getroffen und weitgehend zerstört. Die ausgebrannte Ruine der Hauptburg ist nach dem Kriege abgerissen worden. Nur ein Rundturm blieb stehen. Die linke Vorburg wurde als neue Wohnung des heutigen Besitzers Friedrich Freiherr von Wittenhorst – Sonsfeld instandgesetzt und ausgebaut, während die stärker zerstörte rechte Vorburg noch eine Ruine ist,“ stellt sich Schloß Hueth heute vor. Schlösser und Burgen sind eine wunderbare Einrichtung. Sie sind große und großartige Wohnungen. Für Adelige bieten sie oft genug auch die wirtschaftliche Existenzgrundlage; der Großgrundbesitz, der mit Schlössern und Burgen in der Regel verbunden ist, garantiert Forst- und Landwirtschaft. Ich besitze ein eigenes Schloß. Es liegt am Niederrhein, landschaftlich sehr reizvoll in der Nähe von Gochersdorf. Es ist von einem schützenden Wassergraben umgeben. Ein paar Krüppelweiden und viele Weideflächen liegen drumherum. Warum ich Ihnen das alles erzähle? Ganz einfach. Ich liebe mein Schloß. Meine Frau und ich richteten uns hier wohnlich und heimisch ein. Unser Schloß ist nicht sehr groß. Im vorderen Teil des Schlosses liegt der Ausstellungsbereich. In den vier Räumen gibt es Gemälde, Ritterrüstungen, historische Möbel und andere Gegenstände. Dann kommen die Privatgemächer. Eine Küche, ein Wohnzimmer, ein Arbeitszimmer, ein Kinderzimmer, ein Eßzimmer und ein Schlafzimmer gehören zu unserer Privatwohnung. So schön unsere Wohnung auch sein mag, so vermisse ich doch eine Sache. Wir haben hier kein Schloßgespenst. Es gibt keine knarrenden Dielen und keine plötzlich zuknallenden Türen. Niemand verschwindet plötzlich hinter unseren Fenstervorhängen und niemand macht plötzlich das Licht aus. Ich fühle mich vernachlässigt! Hast du das gehört, mein Sohn? Ja, Mama. Warum fragst du? Die Menschen haben keinen Respekt mehr vor uns. Sie nehmen uns nicht mehr wahr. Wir müssen was dagegen unternehmen. Aber was? Laß uns mal überlegen. Vielleicht fällt uns ja was ein. Oh Gott, wäre ich doch nicht so vorlaut gewesen! Da habe ich meinem Nachwuchs vollmundig versprochen, wie wir die Menschen erschrecken können. Und mir fällt jetzt überhaupt nichts ein. Ich werde jetzt erst mal zum Sicherungskasten gehen. Vielleicht fallen mir ja ein paar brauchbare Lichteffekte ein. Was ist das da für ein Knopf? Eine Sicherung …? Aua. Nein, der Knopf hat eine andere Funktion. Eine schlagende Funktion, um genau zu sein. Er hat mir eine gewischt … Und was ist damit…? Au … aua … au (Deutscher Nachrichten Dienst) Ein ganz besonderes Ereignis gab es gestern beim Grafen Gochersdorf zu bewundern. Zuerst erstrahlte das Schloß abwechseln in verschiedenen Farben, weiß, lindgrün, hellrosa. Dann ging die Deckenbeleuchtung abwechseln in verschiedenen Räumlichkeiten an und aus. Es sah so aus, als würde jemand mit den Lichtschaltern Klavier spielen. Als die ersten Böller in den Himmel stiegen, fand der Graf die Ursache für dieses Spektakel. Das örtliche Schloßgespenst hatte sich im Sicherungskasten verfangen. Da das Schloßgespenst grünlich fluoreszierte, mußte der Graf den Notarzt holen. Mit akuter Stromvergiftung liegt es nun im nahegelegenen Krankenhaus. Schloß Bellinghoven „Bellinghoven entstand als Erdhügelburg, die von einem Wassergraben umschlossen war. In Aspel gab es ein „Meer“, in Bellinghoven mußte ein Wassergraben ausgeschachtet werden. Den Erdaushub nutzte man für den Burghügel, auf dem ein Wehrturm errichtet wurde. Wahrscheinlich war der Hof Bellinghoven eine Absplitterung des Oberhofes in Mehr, den Liutgard, die Tochter Kaiser Ottos I., vor 947 dem Xantener Stift geschenkt hatte. Nach und nach wurden Erdhügelburg und Turm durch feste Wohngebäude erweitert. Es entstand `Burg BellinghovenŽ, eine Wehranlage, zum Schutz des umliegenden Landes, das ursprünglich Xantener Besitz gewesen war. Erste urkundliche Erwähnung ist wohl die des Gerardo de Bellenchove im Jahre 1206. Er wird als einer der `anwesenden ehrenwerten MännerŽ genannt, die dem Dekan und Gerichtsvorsitzenden Bernhard von Xanten in einem Streit zwischen Kloster Kamp und den Pfarrgenossen von Hönnepel wegen einer Weide beistehen. Im Jahre 1325 vollendete ein Diedrich von Bellinghoven den Bau des Schlosses. In einer Urkunde vom 20. Dezember 1325 übertrug er dann das von ihm erbaute Haus Bellinghoven dem Grafen von Kleve als Offenhaus – es stand für ihn offen, wann immer er es benötigte. Der Herr von Bellinghoven hatte sich damit der Lehnsherrschaft und des Lehnsschutzes des Klever Grafen versichert und des seine Freiheit als eigener kleiner Territorialherr aufgegeben. Die Urkunde Diedrichs befindet sich im Düsseldorfer Staatsarchiv. Das Siegel zeigt drei Maueranker. Das eigentliche Wappen der Familie, das offenbar aus späterer Zeit stammt, zeigt drei Schellen, wie sie die Fuhrmannspferde an ihren Geschirren tragen. Diedrich muß etwa um 1350 gestorben sein. In den folgenden Jahren wurde ein `Johannes Ritter von BellingschavenŽ in mehreren Urkunden genannt. 1341 wurde `Jordan von BellingschavenŽ erwähnt. Am 10. Juli 1348 verkaufte Johannes von Bellingschaven Land in Haffenslo im Gericht Rhenen. Am 14. April 1385 bot Johan van Bellingschaven mit seiner Frau den `Hof zu MehrŽ, der Heinrich von Galen gehört hatte, dem Grafen Adolf von Kleve zum Erbkauf an. Wegen Verschuldung verkaufte die Familie Bellinghoven den alten Hof 1481 an Wilhelm von Bernsau. 1492 ging auch die Burg mit allen anderen Rechten in die Hand von Bernsaus über und wurde vom Xantener Probst Johann Mont zur Herrschaft Bellinghoven ernannt. In dem Kaufvertrag von 1481 wird auch die dazugehörige Windmühle im Kirchspiel Mehr genannt. Die Verkäufer, Johann von Bellinghoven und seine Frau Agnes, wurden in der Stiftskirche zu Rees begraben. 1598 eroberten die Spanier Xanten, Büderich, Dinslaken, Holten und Rees. Konrad von Bernsau hatte in Bellinghoven eine unerschrockene Mannschaft. Als die Spanier von Diersfordt her anrückten, setzte sich die Besatzung von Bellinghoven zur Wehr. Sie vertraute auf die breiten Wassergräben und die dicken Mauern der Burg. Beim dritten Ansturm auf die Burg gelang es den Spaniern jedoch, einzudringen; sie raubten und plünderten und töteten alle Menschen, die sich in der Burg befanden. Ein Teil der Gebäude ging in Flammen auf. Nach dem Abzug der Spanier hat Konrad die nötigsten Teile der Burg aus den Ruinen wieder aufgebaut. Es entstand Schloß Bellinghoven, dessen wesentliche Bauelemente noch heute enthalten sind: zweistöckiger Dreiflügelbau, im Mittelpunkt herausragend ein schwerer vierstöckiger Turm mit barock geschwungener Haube. 1607 starb Konrad von Bernsau. Sein Nachfolger wurde Wyrich von Bernsau. Er war Amtmann im Amte Bislich-Mehr-Haffen, Mitglied der Klevischen Regierung und Direktor der Klevischen Ritterschaft. Der Schloßbau wurde durch Zubauten und kleine Änderungen ergänzt. Im August 1629 überraschten holländische Truppen die spanische Besatzung von Wesel und erstürmten die Stadt. Wyrich von Bernsau hielt als Kalvinist mit den Holländern; als Mitglied der Landesregierung mußte er ihnen jedoch entgegentreten. Dies führte zu viel Aufregung auf Bellinghoven. 1649 erhielt er die Jurisdiktion über das Amt Haffen – Mehr. Er starb im April 1656. Der Nachfolger Wyrichs, sein Sohn Wilhelm, hielt sich überwiegend in Holland, dem Erbe seiner Mutter, auf. 1672 kam es zum Krieg zwischen Holland und Frankreich und die französischen Garnisonen konnten Wesel völlig einschließen. Bis nach Rees hatten sie sich den Vormarsch gesichert; Bislich, Haffen und Meer waren besonders mitgenommen. Die adeligen Häuser Bellinghoven und Sonsfeld wurden geplündert und die katholische Kirche in Haldern ging in Flammen auf. Wilhelm von Bernsau, selbst Anhänger des reformierten Glaubens, ließ viele Jahrzehnte den reformierten Gottesdienst auf Bellinghoven halten und wollte die Reformierten dieses Recht gern für die Zukunft erhalten. Als er 1681 starb, hatte seine einzige Tochter Margareta Gertrud Maria jedoch wider seinen Willen den katholischen Grafen Schellhardt geheiratet, der nun den Besitz übernahm. Die reformierte Gemeinde wurde ab sofort obdachlos. Diese Ehe war kinderlos geblieben, und als Ergebnis der zweiten Ehe von Margareta blieben nur zwei Töchter zurück. Also kam ein neuer Name nach Bellinghoven, der Name des Mannes, den sich die älteste Tochter Henriette Victoria als Ehegatten und zukünftigen Besitzer von Bellinghoven auswählte: Wilhelm Adrian Marquis von und zu Hoensbruch. Somit blieb Haus Bellinghoven nur bis zum Jahre 1702, dem Todesjahr von Margarete, im Eigentum der Familie von Bernsau. Der letzte Hoensbruch auf Bellinghoven verkaufte das Schloß am 1. Juli 1788 an einen reformierten Prediger namens Johann Gottlieb von Manger. Dieser ging kurze Zeit später für etwa 10 Jahre nach Ceylon, wo er holländisch reformierte Gemeinden betreute. Als er mit einer holländischen Frau nach Bellinghoven zurückkehrte, versah er sonntags sein Pfarramt in Rees weiter und baute Bellinghoven in der Form um, in der es heute noch steht. Das Rittergut umfaßte seinerzeit 214 Morgen, 297 Ruten, der Morgen zu 600 Ruten. Manger wurde auch mit der Gerichtsbarkeit von Haffen und Mehr beauftragt. Unter erneuter französischer Besatzung wurde er `MaireŽ (Bürgermeister) und hat als solcher viel für die Bevölkerung getan. Er starb 1823 und wurde neben seiner Gattin an der katholischen Kirche zu Haffen begraben. Die Kinder deckten das Grab mit einem Stein, der noch heute an der Außenwand der Kirche zu sehen ist. Mit der `Verwaltungsreform Napoleons waren die historischen Zeiten Bellinghovens vorbei. Wer fortan Bellinghoven und sein Land besaß, war nur mehr Eigentümer, nicht mehr verteidigungsbereiter Herr einer Wehrburg, Herr einer Herrlichkeit oder eines Gerichtsbezirks. Die Eigentümer wechselten auf Grund von Kaufverträgen, bis schließlich nach Ende des 2. Weltkrieges eine Bergwerksgesellschaft Bellinghoven mit seinem Grundbesitz übernahm. Auf dem Land wurden Bauernhöfe angesiedelt, deren Besitzer ihre Heimathöfe der Industrie hatten opfern müssen. Schloß Bellinghoven selbst wurde mit ein paar Morgen Land dem Katholischen Jugendwerk in Duisburg-Hamborn übergeben. Von ihm erfolgte eine kostenlose Weitergabe des Schlosses an `Die BrückeŽ, ein eingetragener Verein, der die Hilfe für gefährdete Jugendliche zu seiner Aufgabe gemacht hat. Das Schloß mit Burgenvergangenheit wurde hiermit zum Heim für diese jungen Menschen. Für diese Aufgabe wurde das alte Burghaus in den Jahren 1974, 1975 und 1976 durch umfangreiche Renovierungs- und Ausbaumaßnahmen vorbereitet. Die wesentliche Finanzierung hat der Landschaftsverband Rheinland übernommen. Bei der Ausschachtung des Hofes fand man Scherben von Tongefäßen, die wahrscheinlich im Mittelalter geformt wurden. Auch `EssensresteŽ gab die aufgegrabene Erde frei: Kinnladen von Wildschweinen und Knochen der Jagdbeute, die vielleicht im Burghof am offenen Feuer gebraten wurde. Seit 1983 werden hier vom Caritasverband für die Stadt Oberhausen seelisch Behinderte und von seelischer Behinderung bedrohte junge Erwachsene im Alter von 17 bis 28 Jahren heilpädagogisch betreut. Drei gemischt geführte Wohngruppen mit insgesamt 30 Plätzen stehen zur Verfügung,“ stellt sich Schloß Bellinghoven selbst vor. (Brief eines kirchlichen Spions) Liebe Brüder im Glauben, wie ihr wißt, starteten wir vor einigen Wochen das Projekt „Backfischofen“. Ich soll für unsere Gemeinschaft einen passenden Ort dafür finden. Und denkt euch: Ich habe diesen Ort gefunden. Es ist ein kleines Schloß am Niederrhein. Kalkdorf heißt das kleine Dorf, das ganz in der Nähe liegt. Passenderweise gehört es unserer Glaubensrichtung an, so daß es nicht auffällt, wenn sich unser Orden dort einnistet. Und das Schloß entspricht ganz unseren Bedürfnissen. Es beherbergt kein Museum in seinen Mauern; viel Landwirtschaft (Weideland, Kühe, Pferde, ein paar Erdbeer- und Spargelfelder) und ein kleines Café gibt es hier statt dessen. Für viel Abwechslung und körperliche Ertüchtigung unserer Mitbrüder wird also gesorgt sein. Die Zimmer entsprechen dem modernen Standard, zumindest was die Einrichtung anbelangt. Es gibt in den Zimmern bequeme Betten, einen Sessel, einen Tisch mit zwei Stühlen und einen Schrank für die Bekleidung. Der Boden ist mit Teppichen ausgelegt. Toiletten, Duschen und Badezimmer gibt es in den Fluren. Fernseher, Computer und Kochgelegenheiten gibt es in den Zimmern keine. Dafür gibt es Gemeinschaftsverpflegung und Aufenthaltsräume mit Radio und Plattenspielern. Die Plattensammlung soll die größte ihrer Art weit und breit sein. Auch ein oder zwei Unterrichtsräume gibt es hier – so richtig schön mit Tafeln, Kreise, Überkopfprojektoren, also alles, was in der guten alten Schule auch gab. Freut euch, liebe Brüder im Geiste – bei unserem Backfischofenprojekt wird es uns an nichts fehlen. Euer Mitbruder Anselm (Telefonat, eine Woche später) T: Gero? Hier ist Theobald. Hast du auch den Brief von unserem Mitbruder Anselm erhalten? G. Ja, natürlich. Er hat ja wirklich erfreuliche Nachrichten für uns. Wir können Schloß Kalkdorf kaufen. Wie teuer wird es sein? T: Schlappe 100.000 Mark. G: Haben wir das Geld? T: Aber natürlich. Die Zentrale in bella Roma beteiligt sich zur Hälfte. Dreißig Prozent sind durch Fundraising zusammengekommen. Den Rest nehmen wir aus der Portokasse. G (leicht verwirrt): Fundraising? Was verbirgt sich denn dahinter? T: Na ja, Nummernkonten auf den Bahamas, Erbschaften, Mieteinnahmen, Spenden, Schutzgeld für Gottesdienste… G (verärgert): Wie bitte: Schutzgeld für Gottesdienste? T (verlegen): Nein, also es war Eintritt, nein Austritt, oder? Jedenfalls zweckentfremdete Kollekten für Kulturveranstaltungen in Kirchen. G: Hör auf, Theobald, ich will von deinen krummen Geschäften nichts wissen. Ich verstehe schon: Wir können uns das Schloß leisten. T: Ja, auf jeden Fall. Ich werde die Kaufverträge morgen unterschreiben. (Kalkdorfer Lokalnachrichten) Unser geschichtsträchtiger Kalkdorfer Schloß hat einen neuen Besitzer. Das wurde gestern bekannt. Käufer ist der „Orden vom reinen Geist“. Dies ist ein interkonfessioneller Laienorden, der sich die Heidenmission in Nordafrika und Asien zur Aufgabe gemacht hat. Bei uns in Kalkdorf will er ein internes Bildungszentrum eröffnen. Im Schloß sollen die zukünftigen Missionare auf ihre zukünftige Arbeit vorbereitet werden. Da Landwirtschaft und Café nicht aufgegeben werden, sind die Arbeitsplätze vor Ort auch nicht gefährdet. (Theobald, in Gedanken) Hihihi, diese Deppen vom Lande konnte ich ganz leicht über`s Ohr hauen. Das Schloß ist auf jeden Fall mehr als das Doppelte wert. Und ein Bildungszentrum? Ja, das bieten wir hier auch. Wir müssen doch sicherstellen, daß unsere Brüder im Glauben standhaft im Glauben bleiben. Wie heißt es so schön in der Bibel? Seid fruchtbar und vermehret euch. Wir müssen unsere Mitbrüder darin unterrichten, wie man sich unauffällig fortpflanzen kann, ohne daß man seinen Job bei bestimmten Arbeitgebern verliert… (Kalkdorfer Lokalnachrichten) „Wir freuen uns auf Sie.“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Peter Schmitz die neue Niederlassung des „Ordens vom reinen Geist“ gestern. Wie berichtet, soll bei uns in Kalkdorf eine ordensinterne Bildungsstätte entstehen. „Wir freuen uns, hier sein zu dürfen. Kalkdorf bietet die passende Atmosphäre – prüde, gutbürgerlich. Herzensbildungsbegierig, gut betucht und konservativ-altmodisch. Wir werden uns hier richtig austoben können.“ Mit diesen Worten durchschnitt Bruder Friedemann Gottlieb das symbolische Band, das die Besucher bis dahin draußenlies. Nennenswerte Umbauten sind in dem Schloß nicht zu erkennen. „Das Haus befindet sich in einem guten Zustand. Die Bausubstanz ist in Ordnung, die Raumaufteilung auch. Wir brauchten nur die Schulungsmaterialien anzuschaffen…“ (eine Woche später) Oswald: Hallo Jungens. Wie geht`s? Wie steht`s? Amadeus: Erstens: Es heißt: Wie steht er? Und zweitens: Bitte keine doppeldeutigen Zweideutigkeiten! Gunthard: Ach, du immer mit deiner Fleischesabgewandtheit. Was steht heute auf dem Programm? Oswald: Liebeskunde. (ein schrilles ring – ring ertönt) Ah ja, da kommt unser Lehrer. Lehrer: Genau. Setzen Sie sich, meine Herren, willkommen zum Liebeskundeunterricht. Ich habe Ihnen auch etwas mitgebracht. Gunthard: So, was denn? Amadeus: Ui, ein Poster. Mal sehen, was es zeigt… Hilfe, ich bin blind (fuchtelt wild mit den Händen herum) Gunthard: Ach, du. Nur weil da ein nacktes Weibchen zu sehen ist? Bei mir wächst da was nach innen… Oswald: Und bei mir nach außen… (später am Tag, nach dem Unterricht) Gunthard: Du, Leberecht, steht in der Bibel wirklich der Spruch, daß wir fruchtbar sein und uns die Erde untertan machen sollen? Leberecht: Klar. Gunthard: Wo? Leberecht: Weiß nicht. Gunthard: Können wir das auch? Leberecht: Was? Gunthard: Fruchtbar sein? Leberecht: Klar. Gunthard: So? Wo denn? Leberecht: In der Samenbank. Gunthard: Nichts wie hin. (ein Zimmer weiter) Amadeus: Schnarch röchel hust (weibliche Stimme im Traum) Oh, du mein armer, lieber, kleiner Amadeus. Was hast du heute schlimmes erleben müssen? Hast du wieder ein nacktes Weibchen zu sehen bekommen? Du armer Junge. Ich wollte dich doch davor beschützen. Warum bist du nur weggelaufen? Wolltest du nicht immer bei Mama bleiben? Bei Mama ist es für kleine Jungen wie dich noch immer am besten. Und wehe, wehe, deine Kinderproduktionsanlage meldet sich noch einmal … Du weißt, dann kommt das böse Schneiderlein und mach „Schnipp!“ (im nächsten Zimmer) Oswald: Was habe ich heute gelernt? Frauen sind doch kein Teufelswerk? Sie lenken uns doch nicht von der Liebe zu Gott ab? Was also soll ich tun? Freudenhaus? Schwesternwohnheim? Heuschoberparty? Oh, Herr, warum ist meine Hose jetzt schon naß und feucht? „Haus Aspel ist ein Beispiel für Burgengeschichte. Aus der Erdhügelburg wurde eine Steinburg, aus der Steinburg ein Schloß, aus dem Schloß ein Kloster und mit dem Kloster kam eine Schule. Pfalzgraf Richizo, Neffe des Erzbischofs Wichfried von Köln, war der erste nachweisbare Burgherr auf Aspel. 950 erbte er den niederrheinischen Besitz seines Vaters Gottfried und baute sich in Aspel seine Burg. Eine Landzunge im Aspeler Meer wurde durch einen breiten Graben vom Land getrennt. Richizo besaß nun eine `Insel im MeerŽ, einen sicheren Platz zum Wohnen. Um sich verstärkt vor Feinden schützen zu können, ließ er die Insel erhöhen. Mit römischem Ruinenschutt aus Xanten ließ er einen 9 Meter hohen Hügel aufwerfen. Der `Gipfel´ dieses Kunstberges war eine flache Plattform mit einem Durchmesser von 30 Metern. Von ihr hatte Richizo einen weiten Blick über das flache Uferland. Und um seinen Blick noch zu weiten, baute der Graf Turm und Haus auf dem Hügel. Dabei interessierten ihn die schönen Aussichten wenige. Wichtiger war zu sehen, wer sich der Burg näherte, Freund und Feind rechtzeitig zu erkennen. Nach Richizos Tod 973 wohnte und herrschte sein Sohn Godizo in Aspel. Er führte um Aspel und von Aspel aus wiederholt Kampfgefechte mit seinen Truppen. Zwischen rivalisierenden Bischöfen und Grafen konnte er Burg und Land Aspel behaupten. Um das Jahr 1011 starb Godizo. Seine Töchter Irmgard und Irmtrud wurden Erbinnen. Nach Irmgards Tod schenkte Irmtrud Burg und Land Aspel dem Erzbischof von Köln, der nun geistlich als Bischof und rechtlich als Lehnsherr in Aspel etwas zu sagen hatte. Er behielt seine Lehnsherren-Rechte mit einigen Verpfändungs-Unterbrechungen bis zum Jahr 1392. Dann übernahmen die Klever Grafen endgültig die Rolle des Lehnsherrn und ließen sich die Burg Aspel nicht mehr nehmen, bis die Preußen kamen. Philipp von Heinsberg, Erzbischof von Köln, nahm 1190 in Aspel eine `AltbausanierungŽ vor. Immerhin war die Burg damals schon 200 Jahre alt, und der Erzbischof war ein ordnungsliebender und baulustiger Mann. Er ließ die Hofgebäude errichten und die Burg selbst von Grund auf erneuern. Das geschah in dem selben Jahr 1190, als ein früherer hoher Gast der Burg Aspel in Kleinasien bei einer gottgefälligen Auslandsreise einen tödlichen Unfall erlitt: Kaiser Friedrich I., der mit dem roten Bart, starb beim Baden im Fluß Saleph – wahrscheinlich an einem Herzschlag. Er war schon ein älterer Herr von 65 Jahren, der offensichtlich die Strapazen des dritten Kreuzzuges und den Klimawechsel unterschätzt hatte. So kam er nicht mehr dazu, das von Saladin eroberte Jerusalem zurückzugewinnen. Der zweite Burgbau in Aspel wurde nur 48 Jahre alt. Graf Dietrich von Kleve überfiel Aspel im Jahre 1237 / 1238, wobei der Graf von Holland ihn mit Schiffen unterstützte. Der klevische Angriff war nach den damals geltenden Spielregeln für Kleinkriege nicht korrekt, denn er geschah ohne Fehdeansage. Daß er erfolgreich war, lag nicht an der mangelnden Wehrhaftigkeit der Burg oder an der Schlagkraft der Angreifer. Verrat war im Spiel, und der Verräter war der Kastellan der Burg Aspel. „Per traditionem castellani elusdem castri – durch Verrat des Schloßkastellans,“ wurde Aspel eingenommen und zerstört. Der Erzbischof blieb jedoch am Ende der Stärkere. Er besetzte Aspel und vertrieb den Klever Grafen. Die Versöhnung zwischen den Streithähnen aus Köln und Kleve vermittelte Graf Otto II von Geldern. Der Klever Graf mußte sich verpflichten, den Burgneubau zu bezahlen. Ein Dritter aber freute sich. Er hieß Lupert von Swasbule, war 1243 Bauleiter und Bauunternehmer für den dritten Neubau in Aspel und finanzierte ihn aus eigener Tasche mit 500 Mark. Dafür gab ihm Erzbischof Konrad die Zollrechte von Neuss solange, bis er seine Auslagen vom Grafen von Kleve zurückerhalten hatte. Außerdem erhielt Lupert von Swansbule zu Lehen `den Turm bei Volmestein und die Insel bei ReesŽ. Bei den Kölner Erzbischöfen scheint Bargeld oft knapp gewesen zu sein. Der Neubau der Burg auf Pump und die mehrfach Verpfändung des `Landes Aspel beweisen es. Ob und wann der Herr von Swansbule seine Baukosten für Aspel zurückbekommen hat, ist nicht bekannt. Als lachender Dritter wird Swansbule bei diesem Dreiecksgeschäft Köln-Kleve-Swansbule schon nicht zu kurz gekommen sein. Von der dritten Burg in Aspel existiert ein Bild, ein Fresko in der Agneskapelle des Kölner Domes. Es wird etwa 300 Jahre nach der Schenkung Aspels an Köln entstanden sein. Der unbekannte Maler war also kein Zeitgenosse der Schwestern Irmgard und Irmtrud von Aspel. Aber schon zu seiner Zeit hatte die Legende drei Frauen zu Heiligen gemacht: Irmgard von Aspel, ihre Schwester Irmtrud und Irmgard von Süchteln, von denen jede für sich eine Persönlichkeit war. Mit den `guten Werken dreier Frauen wurde eine zur Heiligen gekrönt. Daß die Legende dabei die `falsche´ erwischte, eben jene Irmgard von Aspel, hat der Burg Aspel Ruhm gebracht. Das Fresko im Kölner Dom zeigt, wie die heilige Irmgard die Burg dem Kölner Erzbischof übergibt. Daß in Wirklichkeit Irmtrud die Stifterin war, darauf wurde schon hingewiesen. Legenden und Heilige darf man nicht mit den Maßstäben der Realität messen. Die heilige Irmgard wurde nicht nur aus einem christlichen Frauen-Triumvirat geboren. Sie steht auch in Sagen-Verwandtschaft zur germanischen Göttin Iduna, der Hüterin der goldenen Äpfel, die den Göttern ewige Jugend verlieh. Auch der heiligen Irmgard werden besondere Äpfel zugeschrieben, die Irmgardenäpfel, die sie in Aspel züchtete. Die dritte Burg im Aspeler Meer war der letzte mittelalterliche Neubau. Nach dem Pfandrecht von 1392 fühlten sich die Klever sicher im Besitze des Landes Aspel. Zwischen Emmerich und Dinslaken gab es keine Kölner Enklave mehr im rechtsrheinischen Klever Land. Die Wehrburg Aspel war uninteressant geworden. Herzog Adolf von Kleve hätte sie trotzdem nach den Bestimmungen des Pfandvertrages instandhalten müssen. Aber er ließe sie verfallen und 1444 die Befestigungsanlagen abbrechen. Aus einem Ratsprotokoll der Stadt Rees von 1470 wissen wir, daß Herzog Johann von Kleve der Stadt 200 `UnkelsteineŽ von der verfallenen Burg für ihren Mauerbau zur Verfügung stellte. Wenn nach 1470 von der bewohnten Burg Aspel die Rede ist, so ist die Vorburg gemeint. Aspel war zu einer `PrivatburgŽ geworden. Ihre Residenz- und Wehrzeit war vorbei. Zwischen 1470 und 1570 werden als Bewohner die Herren von Töven, Lychendorf, Hasselt, Dugelen und Schriek genannt.. Dann ging es in Aspel preußisch zu. Die Brandenburger machten die Herren auf Aspel zu Gerichtsherren einer Herrlichkeit. Und schließlich blieb von der Macht in Aspel nur die Architektur einer Schloßpracht übrig. Die Burginsel im Aspeler Meer wurde von der Natur überwuchert und die Vorburg auf dem `FestlandŽ mauserte sich zum Schloß. Überliefert sind uns Baumaßnahmen aus den Jahren 1652 und 1653, zu denen der Zieglermeister Heinrich neun `ofendenŽ voll `PfannenŽ, Estriche und `Stein EssgenŽ lieferte. Das neue Schloß Aspel auf den Grundmauern der alten Vorburg sollte nicht lange bestehen. 1682 wurde es im Spanischen Erbfolgekrieg in Brand geschlossen. Aspels Vorburg ist nach dem Brand wiederaufgebaut worden. Das mittelalterliche Zentrum der Vorburg war ein Rundturm gewesen, der zwei Flügelbauten verband. Seine mächtigen Grundmauern wurden das Fundament für einen Viereckturm mit gewölbter Durchfahrt. Die zwei Turmstockwerke überdachten eine Zwiebelhaube mit Glockenstuhl. Stuckdecken und kupferne Türschlösser erinnern noch heute an die barocke Renovierung der zum Schloß gewordenen Vorburg. Jedoch scheint es Aspel nach dem Brand von 1682 nur zu einer bescheidenen Schloßpracht gebracht zu haben. Der Kunsthistoriker Paul Clemen schreibt in seinem 1892 erschienenen Buch „Die Kunstdenkmäler des Kreises Rees“: `Die beiden nach 1682 errichteten, im stumpfen Winkel an den Thorturm stoßenden zweistöckigen Gebäude entbehren aller architektonischen Bedeutung.` Ihr bescheidenes Schloßgesicht veränderte die alte Vorburg über zwei Jahrhunderte nicht wesentlich. Nur die Besitzer wechselten. Etwa hundert Jahre gehörte es der Familie von Wittenhorst-Sonsfeld. Sie sind alte Niederrheiner, schon im 12. Jahrhundert urkundlich genannt. Sie waren klevische Amtmänner, preußische Jurisdiktionsherren und französische Unterpräfekten in Aspel. Und um die `InternationalitätŽ in Aspel zu erweitern, erwarb zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine holländische Familie das Schloß. Sie hieß von (oder van den) Broeck. Nicht nur Schlösser haben internationale Akzente, auch die Liebe kennt keine Grenzen. Sie sorgte dafür, daß Aspel wieder preußisch wurde und einen Abglanz königlichen Regierens bekam. Die Liebe kam von und zu Johanna von Broeck auf Aspel. Ihr Auserwählter hieß Friedrich Heinrich von Bernuth. 1808 heirateten beide und Aspel hatte wieder einen preußischen Schloßherrn. Mit Herrn von Bernuth bekam aber auch der neue preußische Kreis Rees 1818 seinen ersten richtigen königlichen Landrat. Seine Vorgänger Graf von Borcke auf Hueth und der Regierungsreferendarius Westermann waren nur `KommissareŽ gewesen. Herr von Bernuth blieb 41 Jahre Landrat , von 1818 bis 1859. Keiner seiner Nachfolger hat ihn in der landrätlichen Lebensdauer übertroffen. Friedrich von Bernuth starb 1859, 16 Jahre nach dem Tode seiner Frau Johanna. Beide wurden in Haldern begraben. Ihre Gedenksteine blieben erhalten. Friedrich Heinrich von Bernuth verkaufte Land und Schloß Aspel, verließ seine Amtswohnung in Rees und zog sich schon 1845 mit seinem Landratsamt nach Wesel. Schloß Aspel behielt jene Atmosphäre von Weltläufigkeit, die schon im frühen Mittelalter mit dem Besuch von Kaisern und Päpsten, von Herzögen und Kirchenfürsten begonnen hatte. Zu jener Zeit kamen die ersten Klosterschwestern aus dem Orden `Töchter vom heiligen Kreuz` aus Lüttich / Belgien nach Deutschland. Am 4. Oktober 1850 kaufte der Orden Schloß Aspel. Die erste Niederlassung in Deutschland übernahmen 13 Ordensfrauen am 10. März 1851. Kloster, Noviziat und Oberlyzeum mit einjährigre Frauenschule wurden Ordensaufgaben in Aspel. Sie veränderten Umfang und Architektur der alten Vorburg. Ein unfreiwilliger Verzicht auf Aspel war dem Orden als Folge des preußischen `KulturkampfesŽ aufgezwungen worden. 1875 wurden alle Ordensfrauen ausgewiesen. Im gleichen Jahr mußten Provinzialhaus, Seminar und Schule in Aspel ihre Tätigkeit aufgeben. 1881 wurden Schloß und Park für 55.000 Mark an Heinrich Holland in Goin verkauft. Im Jahre 1887 führten Verhandlungen des Ordens erfolgreich zum Rückkauf des Schlosses und am 21. März 1888 kamen die ersten sechs Schwestern wieder nach Aspel. Ein `KulturkampfŽ des 20. Jahrhunderts vertrieb den Orden ein zweites Mal aus Aspel. Am13. Juli 1941 mußten die Ordensschwestern Kloster und Schule `mit kleinem HandgepäckŽ verlassen. `Schule und Kloster wurden von der Gestapo aufgehoben und von der NSDAP belegtŽ. Bis 1945 diente Haus Aspel als Kriegslazarett. Am Ende des 2. Weltkrieges wurde Haus Aspel teilweise zerstört. Zerschossen brannte Haus Aspel, als die Alliierten den Rhein überquerten. Kirche, Pensionsflügel, Turm und das erste Stockwerk wurden Ruinen. In das noch bewohnbare Klostergebäude zog das Reeser Krankenhaus. Die Pflege übernahmen die `Töchter vom heiligen KreuzŽ. Die Töchter vom heiligen Kreuz sind eine internationale religiöse Gemeinschaft von Frauen, die in Belgien Mitte des letzten Jahrhunderts von Maria Theresia Hase ins Leben gerufen wurde. Die Ordensgründerin hat auf die Probleme ihrer Zeit durch tätige Nächstenliebe geantwortet. Sie folgte Christus, seinem Leben und Handeln nach, in der Erkenntnis, daß Gott durch die Kraft des Kreuzes zur Auferstehung, zum Heil und zu neuem Leben führt. Heute sind die Töchter vom heiligen Kreuz in neun Ländern vertreten und zählen weltweit etwa 900 Schwestern. Während die Anzahl in Europa stetig abnimmt, steigt sie in den asiatischen Ländern weiter an. Neben den vielfälti
    1. Wolf Dietloff von Bernuth Says:

      Würde mich freuen, wenn Sie Kontakt mit mir aufnehmen – wegen Ihrer Aspel-Story.
      Bin der Leiter des Familienarchivs der Familie von Bernuth.


      Mit freundlichen Grüßen,
      Wolf Dietloff von Bernuth
      D-61462 Königstein im Taunus
      Im Haderheck 50a

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