Comma 16 erschien im Rahmen der edition.comma. Es präsentiert neue Literatur aus Tschechien und der Slowakei.

Inhalt

Petra Hůlová: Quer durch die Generationen, aus dem Tschechischen von Andrea Koch-Reynolds 2007. (Auszug)

Michal Hvorecky: Geben Sie Google nicht die Schuld!, aus dem Slowakischen von Mirko Kraetsch 2003. (Auszug)

Pavol Rankov: Eine neue Menschheit, aus dem Slowakischen von Andrea Koch-Reynolds, mit freundlicher Genehmigung des Autors gekürzt und bearbeitet von Katja Barthel und Andrea Koch-Reynolds 2007.

Monika Kompaníková: Der Weg nach Hause, aus dem Slowakischen von Andrea Koch-Reynolds 2007.

Emil Hakl: Dicke Luft, Aus dem Erzählband „O létajících objektech“ (Von Flugobjekten), Verlag Argo, Prag 2004, aus dem Tschechischen von Mirko Kraetsch 2005.

Autoren und Übersetzer

Emil Hakl wurde 1958 unter dem bürgerlichen Jan Beneš in Prag geboren, wo er auch heute lebt. Er besuchte das Jaroslav-Ježek-Konservatorium, arbeitete in den neunziger Jahren als Texter in Reklameagenturen und 2001 als Redakteur der Literaturzeitschrift Tvar (Die Form). Seit Ende der achtziger Jahre beteiligte er sich an der verschiedenen literarischen Vereinigung. Hakl beschäftigt sich intensiv mit dem Prager Mikrokosmos als einer Metapher der tschechischen Gegenwart. Bisher erschienen fünf Bücher von ihm, die letzten drei im Prager Argo-Verlag.

Petra Hůlová wurde 1979 in Prag geboren. Sie studierte Kulturwissenschaft und Mongolistik an der Karlsuniversität. Sie gilt als eines der hoffnungsvollsten Talente Tschechiens. Mit ihrem Debütroman Kurzer Abriss meines Lebens in der mongolischen Steppe gelang der 23-jährigen ein Bestseller. In dem Roman beschreibt sie das Leben von Frauen in der Mongolei, das sie während eines Forschungsaufenthaltes im Rahmen ihrer kulturwissenschaftlichen und ethnologischen Studien beobachtet hat. Die deutsche Übersetzung erschien diesen Herbst bei Luchterhand. Weitere Romane wurden ins Ungarische, Französische, Englische und Niederländische übersetzt. Zurzeit lebt Hůlová in Prag und widmet sich ihrer Promotion in Kulturwissenschaft.

Michal Hvorecky 1976 geboren, lebt als Autor und Journalist in Bratislava. Als Stipendiat des Literarischen Colloquiums Berlin und der Stiftung Brandenburger Tor lebte er längere Zeit in Deutschland, sowie in anderen europäischen Staaten. Bisher hat er zwei Romane und zwei Erzählbände veröffentlicht – City: Der unwahrscheinlichste aller Orte (2006) ist seine erste in Deutsch erschienene Romanveröffentlichung, in der Übersetzung von Mirko Kraetsch, erschienen im Tropen Verlag. Dem deutschsprachigen Publikum ist er darüber hinaus durch Essays und Geschichten in der FAZ, der ZEIT und im Tages-Anzeiger bekannt. In der comma.edition: Slowakische Anthologie (2006) erschien Hvoreckys Essay 2025.

Andrea Koch-Reynolds wurde 1969 in Erfurt geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Southampton, England, wo sie als Buchhalterin, Deutschlektorin und Übersetzerin aus dem Slowakischen, Tschechischen und Englischen tätig ist. Bevor es sie es nach Großbritannien zog, absolvierte sie eine Buchhändlerlehre in Thüringen, studierte Westslavistik und Kunstgeschichte in Leipzig, Bruno und Bratislava. Koch-Reynolds übersetzte für comma den Großteil der comma.edition: Slowakische Anthologie (2006).

Moníka Kompaniková wurde 1979 im Nordwesten der Slowakei, in Považská Bystrica geboren. An der Hochschule der bildenden Künste in Bratislava und in England studierte sie Malerei und Graphik. Neben zahlreichen Kunstausstellungen widmet sie sich der Literatur, vor allem der Prosa. Seit 2001 erschienen Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien. 2003 wurde ihr Buch Ort für Einsamkeit, versehen mit eigenen Illustrationen, veröffentlicht. Für ihr Debüt erhielt sie ein Jahr darauf den Ivan Krasko-Preis. Kompaniková lebt in Bratislava und arbeitet als Koordinatorin in der Community Foundation, einer gemeinnützigen Bürgerinitiative. 2007 lebte sie als Stipendiatin des Internationalen Hauses der Autoren in Graz. In der comma.edition: Slowakische Anthologie (2006) erschien ihre Erzählung Mantis.

Mirko Kraetsch 1971 geboren, lebt als Übersetzer, Literaturvermittler und Stadtbilderklärer in Berlin, wo er Bohemistik und Kulturwissenschaften studierte. Während Auslands- und Studienaufenthalten in Prag und Bratislava knüpfte er Kontakte zu slowakischen und tschechischen AutorInnen, als deren Übersetzer ins Deutsche und Moderator auf Buchmessen er sich engagiert. Für comma arbeitete Mirko Kraetsch bereits als Übersetzer für die comma.edition: cz – Texte tschechischer Autoren (2004), comma.edition: Slowakische Anthologie (2006).

Pavol Rankov wurde 1964 in Poprad, einer Stadt am Fuße der Hohen Tatra im Nordosten der Slowakei geboren. In Bratislava studierte er Bibliothekswissenschaften und übernahm später eine Juniorprofessur an der Comenius-Universität Bratislava. 2002 erschien sein Buch Massenkultur, Medien und Informationsgesellschaft. Bereits Anfang der 90er Jahre begann Rankov, literarisch zu arbeiten. Seine Prosa wurde mit mehreren Preisen gekürt. Texte von Rankov erschienen in Tschechien, Polen, Ungarn, Rumänien, Schweden, Australien, Indien und Japan. In der comma.edition: Slowakische Anthologie (2006) erschien seine Erzählung Wir und Die/Die und Wir.

David Zábranský 1977 geboren, lebt in Prag. Er studierte Recht und Medienwissenschaft. Sein 2006 erschienener Roman Any Beach but This / Slabost pro každou jinou pláž wurde dieses Jahr zur Magnesia Litera, der wichtigsten Literaturpreisverleihung Tschechiens, als Debut des Jahres ausgezeichnet. Zábranský zählt zu einer neuen Generation tschechischer Autoren, die sich vor allem als Europäer verstehen. Er arbeitet als Journalist für die Prager Ausgabe der Metro und als Rechtsanwalt für Menschenrechts-Organisationen.

 

 

Cover

Die comma.edition: Ko-Artikulationen ist eine Sonderausgabe anlässlich der Ausstellung „Schrift. Zeichen. Geste. Carlfriedrich Claus im Kontext von Klee bis Pollock“ in den Kunstsammlungen Chemnitz. Das Werk von Carlfriedrich Claus ( 1930-1998 ) lässt sich mit dem Repertoire traditioneller ästhetischer Kategorien kaum verorten. Es bewegt sich neben, zwischen, unter den Grenzen von Schrift, Laut und Bild – es überschreitet und umkreist sie.

Die auf 80 Stück limitierte Sonderausgabe Ko-Artikulationen enthält Arbeiten zeitgenössischer Autoren und Künstler, die sich mit den Möglichkeiten und Grenzen virtueller und experimenteller Poesie auf ihre ganz eigene Weise auseinandersetzen, um dem Werk von Carlfriedrich Claus näher zu kommen.

Die Arbeiten sind auf Transparentpapier gedruckt, die – zusammen mit einer Audio-CD – ungeheftet in einer genähten Mappe zusammengestellt wurden. Das Material ist einerseits eine Reminiszenz an die faszinierenden Arbeiten des Ausnahmekünstlers. Anderseits soll es gestalterisch den Ansatz aufnehmen, den Claus mit der konkreten Poesie teilte. Das transparente Papier erweitert den Möglichkeitsspielraum des kombinatorischen Lesens: Durch jeden Text hindurch erscheinen schon die Worte des nächsten. Über die Materialität der Schrift können sich so mehrdimensionale Bezüge zwischen den Texten ergeben.

Zusätzlich enthält jede Exemplar 2 Reproduktionen von insgesamt 9 Fotographien des Künstlers, die auf die gesamte Ausgabe verteilt wurden.

Die Ausgabe wurde unterstützt vom Kunst für Chemnitz e.V. und der Stiftung Carlfriedrich Claus-Archiv, Kunstsammlungen Chemnitz. Die einmalige Auflage ist inzwischen vergriffen.

Herausgeber: Verein zur Förderung zeitgenössischer Literatur, Kunst und Philosophie e.V.
Konzeption und Redaktion: Katja Barthel, Alexander Friedrich
Satz & Layout: Randy Fischer
Fotos: berg + meer FROSCH, Hilmar Messenbrink 1993
September 2005

Inhalt


Alexander Friedrich, Katja Barthel: Editorial

  • Text- und Bildbeiträge

Brigitta Milde: Ausstellung Schrift. Zeichen. Geste. in den Kunstsammlungen Chemnitz (anläßlich des 75. Geburtstags von Carlfriedrich Claus)

Anatol Knotek: Was ist Kunst?

Benjamin Rischer: verfluchung II

Friedrich W. Block: poetry chat

Jan Scholz: D-mut | Das aktionsbegleitende begreifen

Anatol Knotek: jean michel basquiat

Andrea Scherf: „Wer ist im Moment ich?“ – Gedanken beim Anblick eines Sprachblatts von Carlfriedrich Claus

Frank Maibier: wortflussflechtung – für cfc. – zweiteilig-zweiblatt (420 x 297mm)

Johannes Auer / Frieder Rusmann: lautaggregat

Benjamin Rischer: die suchscheinwerfer

Nicolas Nowack: Venezianische Seufzer – Gedichte für Phantominen (mit Brücke) | Wäre die 1. Zeile

  • Hörbeiträge

Benjamin Rischer, Martin Krejci: die suchscheinwerfer (6:06)

Günter Peters: Le Son (16:59)

Frank Maibier: Strömende Folgen (13:10)