Die Slowakei – ein Land, so nah und vielen Deutschen doch unbekannt – möchten wir Ihnen gern mit einem literarischen Gruß in Erinnerung rufen und neu vorstellen.

CoverDas Literaturmagazin comma stellt seine neue Sonderausgabe im Rahmen der comma.edition vor: eine Anthologie junger slowakischer Autorinnen und Autoren. Bereits vor zwei Jahren erschien eine comma Sonderausgabe, die sich der jungen Literatur in Tschechien widmet. Mit der nun erschienenen Slowakischen Anthologie setzen wir unsere literarische Reise in die osteuropäischen Nachbarländer fort.

Slowakische Autorinnen und Autoren sind Deutschland nur wenig bekannt. Vor allem mangelt es an slowakisch-deutschen Übersetzungen, die eine solche Bekanntschaft überhaupt erst erlauben – sprechen doch die wenigsten von uns Slowakisch. Darum freuen wir uns, Ihnen die comma.edition: Slowakische Anthologie vorstellen zu können. Sie enthält Texte, die zum Teil erstmalig im deutschen Sprachraum erscheinen. Darunter vertreten sind Geschichten und Gedichte von Moníka Kompaniková, Michal Hvorecky, Pavol Rankov, Jana Beňová, Andrej Hablák, Katarína Kucbelová, Balla, Nóra Ruzičková. Die Texte wurden übersetzt von Andrea Koch-Reynolds, Mirko Kraetsch, Angela Repka und L’ubica Somolayová.

Die mit Unterstützung des SLOLIA Literatur- und Informationszentrums Bratislava produzierte Auflage der Slowakischen Anthologie ist auf 150 Exemplare limitiert und von hochwertiger Offsetdruck-Qualität. Das 60-seitige Querformat schmückt ein dunkelroter, handgestempelter Einband. So dürfte nicht zuletzt auch das zweifarbige Layout mit applizierten Originaltexten ein besonderes Lesevergnügen garantieren. Der Preis beträgt 10,00 Euro zzgl. Versandkosten. Bei Interesse schreiben sie bitte eine Email.

Inhalt

Moníka Kompaniková: Mantis, übersetzt vom Andrea Koch-Reynolds

Michal Hvorecky: 2025, übersetzt von Mirko Kraetsch

Nóra Ružičková: , übersetzt von Angela Repka

Balla:Vor der Trennung, übersetzt von Andrea Koch-Reynolds

Katarína Kucbelová: das regelmäßige Training der Atmung, übersetzt von Ľubica Somolayová

Pavol Rankov: Wir und Die/Die und Wir, übersetzt von Andrea Koch-Reynolds; der Text erschien inzwischen auch in transcript 25

Andrej Hablák: V. , übersetzt von Andrea Koch-Reynolds
Li cent, Erwachter sinn, übersetzt von Andrea Koch-Reynolds
Adonis, laut verkündet, übersetzt Andrea Koch-Reynolds

Jana Beňová: Mal sehen, was dem Gitarristen einfällt, übersetzt Andrea Koch-Reynolds


Zu den AutorInnen und ÜbersetzerInnen:

Balla, im Südwesten der Slowakei 1967 geboren, in Nové Zámky, lebt der Dichter auch heute wieder in dieser Stadt. Er absolvierte ein Studium an der Hochschule für Wirtschaft in Bratislava, widmete sich jedoch bevorzugt der Literatur: 1996 erschien sein Debüt Leptokaria (1996), wofür ihm der Ivan-Krasko Literaturpreis verliehen wurde. 1997 erhielt Balla den ersten Preis im slowakischen Literaturwettbewerb Poviedka für die beste Kurzgeschichte. Es erschienen verschiedene Erzählbände, zuletzt De la Cruz (2005), ein Band der für den Anasoft Litera Preis 2005 nominiert wurde. Ballas Texte werden in Zeitschriften und Anthologien in Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Deutschland, Polen, Österreich und Slowenien veröffentlicht.

Jana Beňová, Jahrgang 1974, studierte Theaterdramaturgie an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Bratislava und arbeitet heute als Journalistin. Sie
debütierte 1993 mit dem Gedichtband Lichtscheu. Bisher hat sie drei Lyrikbände (zum Teil mit eigenen Illustrationen), einen Roman Parker (2001) und eine Sammlung mit 12 Kurzgeschichten veröffentlicht. Im Sommer 2006 erhielt sie ein Stipendium des Unabhängigen Literaturhauses Niederösterreich.

Andrej Hablák, wurde 1977 in Dolný Kubin, einer Stadt in der Region Orava im nördlichen Teil der Slowakei geboren. Zunächst studierte er in Bratislava und den USA Slowakistik und Philosophie und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava. Für seinen ersten Gedichtband Zögernd stehe ich, nicht zum Abgang bereit (1995) erhielt Hablák den Ivan-Krasko-Preis für Lyrik. Es folgten die Gedichtbände SPRACH GE WOHN HEIT (1999) und LeiseFroh (2002) sowie die noch unveröffentlichten Manuskripte Für dich, Seerose, Buch der Ambiguität. Heute lebt und arbeitet Hablák als Lehrer und Dichter in der Region Orava.

Michal Hvorecky, 1976 geboren, lebt als Autor und Journalist in Bratislava. Als Stipendiat des Literarischen Colloquiums Berlin und der Stiftung Brandenburger Tor lebte er längere Zeit in Deutschland, sowie in anderen europäischen Staaten. Bisher hat er zwei Romane und zwei Erzählbände veröffentlicht – City: Der unwahrscheinlichste aller Orte (2006) ist seine erste in Deutsch erschienene Romanveröffentlichung, in der Übersetzung von Mirko Kraetsch, erschienen im Tropen Verlag. Dem deutschsprachigen Publikum ist er darüber hinaus durch Essays und Geschichten in der FAZ, der ZEIT und im Tages-Anzeiger bekannt.

Andrea Koch-Reynolds, geboren 1969 in Erfurt, lebt heute mit ihrer Familie in Southampton, England, wo sie als Buchhalterin, Deutschlektorin und Übersetzerin aus dem Slowakischen, Tschechischen und Englischen tätig ist. Bevor es sie es nach Großbrittanien zog, absolvierte sie eine Buchhändlerlehre in Thüringen, studierte
Westslavistik und Kunstgeschichte in Leipzig, Bruno und Bratislava. Koch-Reynolds übersetzte für comma den Großteil der hier vorgestellten, aktuellen und zeitgenössischen Texte junger slowakischer Autoren.

Moníka Kompaniková wurde 1979 im Nordwesten der Slowakei, in Považská Bystrica geboren. An der Hochschule der bildenden Künste in Bratislava und in England studierte sie Malerei und Graphik. Neben zahlreichen Kunstausstellungen widmet sie sich der Literatur, vor allem der Prosa. Seit 2001 erschienen Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien. 2003 wurde ihr Buch Ort für Einsamkeit, versehen mit eigenen Illustrationen, veröffentlicht. Für ihr Debüt erhielt sie ein Jahr darauf den Ivan Krasko-Preis. Kompaniková lebt in Bratislava und arbeitet als Koordinatorin in der Community Foundation, einer gemeinnützigen Bürgerinitiative. 2007 lebte sie als Stipendiatin des Internationalen Hauses der Autoren in Graz.

Mirko Kraetsch wurde 1971 geboren, lebt als Übersetzer, Literaturvermittler und Stadtbilderklärer in Berlin, wo er Bohemistik und Kulturwissenschaften studierte. Während Auslands- und Studienaufenthalten in Prag und Bratislava knüpfte er Kontakte zu slowakischen und tschechischen AutorInnen, als deren Übersetzer ins Deutsche und Moderator auf Buchmessen er sich engagiert. So erschienen von ihm ins Deutsche übertragene Texte der slowakischen Autoren Michal Hvorecky, Dusan Taragel / Peter Pisánek, Jozef Urban und Peter Karpinský als auch der tschechischen AutorInnen Irena Dousková, Martin Fahrner, Radoslav Nenadál, Emil Hakl, Bohuslav Vaněk-Uvalský, Viki Shock. Für comma übersetzte Mirko Kraetsch bereits Texte für die comma.edition: cz – Texte tschechischer Autoren (2004).

Katarína Kucbelová, wurde 1979 im geographischen Zentrum der Slowakei, in Banská Bystrica geboren. Sie schreibt Lyrik, die sie bisher in Zeitschriften, Anthologien und zwei Gedichtbänden Duály, Drewo a srd (2003) und I port, Ars poetica (2006) dem Publikum vorstellte. Kucbelová lebt und arbeitet in Bratislava. Sie ist Mitorganisatorin des Internationalen Literatur Festivals Ars litera und des Literaturpreises Anasoft litera.

Pavol Rankov wurde 1964 in Poprad, einer Stadt am Fuße der Hohen Tatra im Nordosten der Slowakei geboren. In Bratislava studierte er Bibliothekswissenschaften und übernahm später eine Juniorprofessur an der Comenius-Universität Bratislava. 2002 erschien sein Buch Massenkultur, Medien und Informationsgesellschaft. Bereits Anfang der 90er Jahre begann Rankov, literarisch zu arbeiten. Seine Prosa wurde mit mehreren Preisen gekürt. Texte von Rankov erschienen in Tschechien, Polen, Ungarn, Rumänien, Schweden, Australien, Indien und Japan.

Angela Repka, studierte Slawistik und Germanistik in Mainz und Bratislava. Sie arbeitete als Lehrerin. Heute in Offenbach am Main lebend, ist sie als freie Übersetzerin und Autorin tätig. Für das Neue Kindlers Literaturlexikon (Band 20) schrieb sie den Essay über die Entwicklung der slowakischen Literatur nach 1945. Sie ist Mitübersetzerin mehrerer Lyrik- und Prosaanthologien und übersetzte Bücher von Ján Johanides: Bodenfrost (1994), Peter Repka: Ei-sen-bah-nen (2000), Jana Juránová: In ein Netz gehüllt (2003), Anna Grusková: Almtraum und Milos Karásek: Bahnsteig (2006) und anderen AutorInnen. Im Jahre 2000 wurde sie mit dem slowakischen Hviezdoslav-Übersetzerpreis ausgezeichnet. Beim Wiesbadener Internationalen Festival Neue Stücke aus Europa gewann sie 2004 den dort erstmals ausgeschriebenen Übersetzerpreis.

Norá Ruczičková, wurde 1977 in Bratislava geboren und lebt auch heute noch in der Hauptstadt der Slowakei. Sie studierte Malerei und Graphik an der Hochschule der bildenden Künste und schloss diese Ausbildung mit einer Dissertation zum Thema „Körper – Text – Technik“ ab. Seither lehrt sie Schriftgestaltung an einer privaten Fachschule der angewandten bildenden Künste Bratislava. 1998 erhielt sie den Ivan-Krasko Preis und veröffentlicht seither Lyrik in Zeitschriften, Anthologien und eigenen Gedichtsammlungen. Ihr Werk wurde bisher in Tschechien, Slowenien, Deutschland und England gedruckt.

L’ubica Somolayová, wurde 1979 in Levice, einer westslowakischen Stadt in der nördlichen Donautiefebene geboren. An der Comenius-Universität in Bratislava studierte sie Geschichte und Literatur, promovierte über den Einfluss mystischer Elemente in der slowakischen Dichtung und lehrt heute an der Universität Trnava Literatur. Sie ist Mitglied des Instituts für Slowakische Literatur an der Akademie der Künste in Bratislava und engagiert sich für den deutsch-slowakischen Kulturaustausch. Sie übersetzt und verfasst Literatur, vor allem Lyrik. Ihr erster Band Durch halb geschlossene Augen (Por ojos estrechos) erschien 2006 zweisprachig in Costa Rica (San Jose, Casa de Poesia) und wird demnächst auch in der Slowakei veröffentlicht.

Redaktion & Konzept: Katja Barthel und Alexander Friedrich
Satz & Layout: Yan Ziegner
Lektorat: Christian Driesen, Jan Friedrich


Advertisements